Berechne Anwalts- und Gerichtskosten aus Streitwert sowie GKG- und RVG-Gebühren. Inklusive Termin, Kostenquote und Anteil der Rechtsschutzversicherung.
Streitwert, Verfahren und Kostenquote
Schätze GKG-Gerichtskosten und RVG-Anwaltskosten mit Streitwert, Verfahrensfaktor, Termin, Einigung, Kostenquote und Vorschuss.
Kostenrisiko
Gerichtskosten, Anwaltskosten, Kostenquote und voraussichtlicher Eigenanteil.
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Wie berechnet der Anwalts- und Gerichtskosten-Rechner das Kostenrisiko?
ƒGKG-Gebühren, RVG-Gebühren und Kostenquote
K=AE+q×(G+AG)−R
Variablen
AE
Eigene Anwaltskosten-Verfahrensgebühr, optionale Terminsgebühr, optionale Einigungsgebühr, Auslagenpauschale und Umsatzsteuer.
q
Kostenquote-Anteil der Gerichtskosten und gegnerischen Anwaltskosten, den du modellhaft tragen musst.
G
Gerichtskosten-Einfache GKG-Gebühr multipliziert mit dem gewählten Verfahrensfaktor plus gerichtliche Auslagen.
AG
Gegnerische Anwaltskosten-Nur enthalten, wenn zwei Anwälte aktiviert sind.
R
Rechtsschutz oder Vorschuss-Bereits gedeckter Betrag, der vom modellierten Eigenrisiko abgezogen wird.
Beispielrechnungen für Anwalts- und Gerichtskosten
Die Beispiele nutzen aktuelle zentrale GKG- und RVG-Tabellenwerte im Projekt. Sachverständige, Zeugen und Sonderkosten sind nicht enthalten.
Fall
Streitwert
Gerichtskosten
Eigener Anwalt
Eigenes Risiko
Erster Rechtszug, Termin, zwei Anwälte
10.000,00 €
849,00 €
1.963,50 €
4.776,00 €
Ohne Termin, ein Anwalt, 50 % Quote
10.000,00 €
849,00 €
1.032,44 €
1.456,94 €
Vergleich mit Einigungsgebühr und 50 % Quote
10.000,00 €
849,00 €
2.739,38 €
4.533,57 €
Berufung mit höherem Streitwert
25.000,00 €
1.742,00 €
2.781,63 €
7.305,26 €
GKG-Tabelle ab 01.06.2025, RVG-Tabelle ab 01.06.2025. Die Beispiele runden auf Cent.
Kostenbausteine im Überblick
Der Rechner trennt Gerichtskosten, eigene Anwaltskosten und gegnerische Anwaltskosten, weil diese Kostenblöcke unterschiedlich auf Kostenquote und Erstattung reagieren.
Baustein
Ansatz im Rechner
Einordnung
Gerichtskosten
Einfache GKG-Gebühr multipliziert mit 3,0, 4,0 oder 1,0.
Der Faktor hängt vom Kostentatbestand ab. Für normale Zivilverfahren in erster Instanz ist 3,0 der Ausgangspunkt.
Eigener Anwalt
1,3-Verfahrensgebühr, optionale 1,2-Terminsgebühr, optionale 1,0-Einigungsgebühr, Pauschale und Umsatzsteuer.
Vergütungsvereinbarungen, mehrere Auftraggeber oder besondere Gebühren können das Ergebnis ändern.
Gegenseite
Bei zwei Anwälten modelliert der Rechner die gegnerischen Anwaltskosten spiegelbildlich.
Bei voller Niederlage können diese Kosten zusätzlich zu den eigenen Anwaltskosten relevant werden.
Kostenquote
Eigene Anwaltskosten bleiben vollständig im Risiko. Gericht und Gegenseite werden nach Quote gewichtet.
Die echte Quote folgt aus Urteil, Vergleich oder Kostenentscheidung.
Verfahrensfaktoren für Gerichtskosten
Wähle den Faktor nur so genau, wie der konkrete Verfahrensstand bekannt ist. Bei Unsicherheit ist die normale erste Instanz meist der konservativere Startpunkt.
Verfahren
GKG-Faktor
Hinweis
Zivilverfahren erste Instanz
3,0
Typischer Ausgangspunkt für normale Zivilverfahren in erster Instanz.
Berufung
4,0
Höherer Gerichtskostenfaktor für Berufungsverfahren.
Ermäßigtes Verfahren
1,0
Nur nutzen, wenn der konkrete Kostentatbestand eine Ermäßigung trägt.
Häufig gestellte Fragen zum Anwalts- und Gerichtskosten-Rechner
Was berechnet der Anwalts- und Gerichtskosten-Rechner?
Der Rechner schätzt das Kostenrisiko aus Streitwert, GKG-Gerichtskosten, RVG-Anwaltskosten, Termin, Einigung, gegnerischem Anwalt, Kostenquote und bereits gedeckten Beträgen. Er ersetzt keinen Kostenfestsetzungsbeschluss.
Warum ist der Streitwert so wichtig?
Gerichtskosten und viele Anwaltsgebühren steigen mit dem Streitwert. Schon eine andere Streitwertfestsetzung kann deshalb alle Kostenblöcke verändern.
Warum werden eigene und gegnerische Anwaltskosten getrennt?
Die eigenen Anwaltskosten entstehen unabhängig von der späteren Kostenquote. Die gegnerischen Anwaltskosten werden vor allem relevant, wenn du sie nach Urteil, Vergleich oder Kostenentscheidung ganz oder anteilig tragen musst.
Was bedeutet Kostenquote im Rechner?
Die Quote beschreibt, welchen Anteil an Gerichtskosten und gegnerischen Anwaltskosten du im Modell trägst. 100 % entspricht voller Niederlage. 50 % passt zu einer hälftigen Kostenteilung.
Wann sollte ich die Terminsgebühr deaktivieren?
Deaktiviere sie nur, wenn sicher kein gebührenrelevanter Termin oder vergleichbarer Verfahrensschritt anfällt. Für normale streitige Verfahren ist sie oft ein realistischer Kostenbaustein.
Wann gehört eine Einigungsgebühr hinein?
Eine Einigungsgebühr passt, wenn die Sache durch eine gebührenrelevante Einigung erledigt wird. Der Rechner nutzt dafür modellhaft 1,0.
Welche Kosten fehlen im Ergebnis?
Nicht enthalten sind vor allem Sachverständige, Zeugenentschädigungen, Reisekosten, Übersetzungen, Zustellkosten außerhalb der Eingabe und individuelle Honorarvereinbarungen.
Warum kann Rechtsschutz das Ergebnis nicht einfach auf 0 setzen?
Rechtsschutz hängt von Deckungszusage, Selbstbeteiligung, Risikoausschlüssen und Erstattung ab. Der Rechner zieht nur den eingetragenen Betrag ab und bewertet die Police nicht.
Warum können echte Kosten höher sein als die Schätzung?
Mehrere Streitgegenstände, Widerklage, Beweisaufnahme, Sachverständige, zweite Instanz, Vergleichsmehrwert oder individuelle Vereinbarungen können das Kostenrisiko erhöhen.
Wann brauche ich eine fachliche Gebührenprüfung?
Bei hohem Streitwert, unsicherem Kostentatbestand, mehreren Parteien, Vergleich, Berufung, Rechtsschutz, Prozesskostenhilfe oder mehreren Ansprüchen sollte die Berechnung geprüft werden.